Die Einheitsgüterzuglokomotive der Baureihe 50 ist zwischen 1939 und 1943 zunächst von Henschel und dann von fast allen europäischen Lokomotivfabriken in 3164 Exemplaren gebaut worden. 1945 fanden sich im Bereich der künftigen Deutschen Bundesbahn noch 2159 Stück, die neben der ehemaligen preußischen P 8 zur wichtigsten Dampflokgattung werden sollten.

Die Dampflokomotive Baureihe 50.

Ein unermüdlicher Alleskönner
Die Baureihe 50 gehörte zu den erfolgreichsten Konstruktionen der alten Deutschen Reichsbahn. Die ursprünglich als Güterzuglokomotive konzipierte Maschine erwies sich als echte Universallok, die mit ihren fünf Treibachsen vor schweren Güterzügen auf Hauptstrecken eine ebenso gute Figur machte wie vor Personenzügen auf Nebenstrecken oder als Schienenbusersatz auf Lokalbahnstrecken. Mitte der 60er Jahre begann die DB, etwa 730 Tender mit Zugführerkabinen auszurüsten, wodurch sich das Fassungsvermögen des Kohlenbehälters der resultierende BR 050- 053 auf 6,6 t verkleinerte. Ab 1959 modernisierte die DR der ehemaligen DDR 208 BR 50 durch den Einbau neuer Kessel und Knorr-Mischvorwärmer. 1966 wurden die ersten dieser Maschinen auf Ölfeuerung umgestellt. Zusätzlich stellte die DR zwischen 1956 und 1960 weitere 88 Neubauloks der Baureihe 50.4 mit geschweißtem Blechrahmen in Dienst.

Unsere eigene Museumslok der BR 50
aus den späten dreißiger Jahren. Sie ist zurzeit, gemeinsam mit dem Clubeigenen Oberleitungsrevisions-Triebwagen, beim befreundeten Eisenbahnverein in Staßfurt abgestellt.
Die letzten BR 50 der DB wurden 1976 ausgemustert. 1984 wurde eine Lokomotive in Offenburg wieder betriebsfähig aufgearbeitet und am 7.Juli dieses Jahres am Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Überraschung war perfekt: die DB hatte endlich wieder eine eigene Museumslok unter Dampf. Für ihren Unterhalt ist der Bahnbetriebshof Nürnberg West zuständig.

Buchtipp:
Technisches Portrait der tausendfach produzierten Dampflokomotive
Keine andere Lokomotive wurde in so hohen Stückzahlen gefertigt und war in ganz Europa bis in die 80er Jahre im planmäßigen Betrieb anzutreffen wie die K 52. Helmut Skasa beschäftigt sich seit Jahren mit dieser Lokomotivbaureihe und hat viele Detailpläne ebenso zusammengetragen und überarbeitet wie umfangreiches Bildmaterial gesammelt.
Die Entwicklungsgeschichte beginnt mit der Baureihe 50 in den dreißiger Jahren und geht von der BR5O ÜK über zur „K 52“. Die Sonderbauarten Franco-Crosti , Weilrohrkessel, Kondensationslokomotiven werden genauso vorgestellt wie die Nachkriegsbauarten der DB und DR, REKO-Maschinen und die der ausländischen Bahnverwaltungen. Technische Beschreibungen fehlen ebenso wenig wie zahlreiche unveröffentlichte Aufnahmen. Dieses Buch ist für den Lokomotiv-Fan ebenso interessant wie für den Modellbahnfreund, der sich für Dampflokomotiven und deren Geschichte interessiert.

Kriegsiokomotive K 52 DIN A4 quer 136 Seiten ca. 160 Abbildungen ca. 45 maßstäbliche Zeichnungen
ISBN 3-9805967-6-1 25,50 Euro


Geschichte

Bild aus der Frühzeit der DB: eine BR 50 und eine BR 93 (preußische T 14) vor einem Personenzug mit preußischen Abteilwagen aus der Zeit der Jahrhundertwende.

Die Einheitslokomotiven 1925 führte die Deutsche Reichsbahn- Gesellschaft (DRG) ihren neuen Nummemplan ein. Alle von diesem Zeitpunkt an entworfenen Lokomotiven erhielten die bis heute gültige Bezeichnung „Einheitsiokomotive“. Diese Bezeichnung ist durchaus gerechtfertigt, da diese Lokomotiven nach einheitlichen Gesichtspunkten und mit einheitlichen Bauteilen gebaut wurden. Auf die erste Einheitslok der Baureihe 01 aus demJahr 1925 folgten Entwürfe für alle drei Gattungen „Schnellzuglok“, „Personenzuglok“ und „Güterzuglok“ mit Achslasten von 20 t, 17 t und iSt. Die gemeinsamen Merkmale der Einheitsloks - großzügig dimensionierter Kessel, breite Feuerbüchse, robustes Triebwerk, klassischer Barrenrahmen, Anordnung der Bremsklötze in Radmitte und geräumiges Führerhaus - haben das Bild der deutschen Dampflok auf Jahrzehnte hinaus geprägt.

Daten
Radsatzanordnung: 1‘E
Antrieb: 2 Zylinder mit einstufiger
Expansion
Länge über Puffer: 22940 mm
Dienstmasse: 86,9
Achslast: 15,2
Treibraddurchmesser: 1400 mm
Rostfläche: 3,89 m2
Kesseldruck: 15,7 bar
Zylinderdurchmesser: 600 mm
Kolbenhub: 660 mm
Leistung: 1195 kW
Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h