Die Geschichte unserer Vereins-Dampflokomotive 50 3606
Entwicklung von der 50 2637 ÜK zur 50 3606
Die jetzige Dampflok 50 36036 hat in fast 50-jähriger Betriebszeit eine bewegte Geschichte hinter sich.
Magdeburg Hafenbahn 17.9.1994 Aufn. Bodo Braun
Am 29. Mai 1942 verließ sie als 50 2637 die Werkshallen der Berliner Maschinenbau- Aktiengesellschaft (vorm L. Schwartzkopff). Sie gehörte zu jenen Baulosen, die als Übergangskriegslokomotiven an die Deutsche Reichsbahn abgeliefert wurden.
Während des II. Weltkrieges gehörte die 50 2637 ÜK (Übergangs-Kriegslokomotive) zum Bahnbetriebswerk Wittenberge. In den Jahren 1947 – 1950 unterstand sie den sowjetischen Streitkräften als sogenannte Kolonnenlok und bespannte hauptsächlich Züge mit Reparationsgüter und Truppentransporten, ihr Heimat-Bw war zu dieser Zeit Wustermark Rbf. Im Jahre 1954 wurde sie in die Reichsbahndirektion Magdeburg umbeheimatet, wo sie zunächst im Bw Magdeburg-Buckau stationiert war.
Staßfurt 26.3.2000 Aufn. Bodo Braun
Da für die nächsten zwanzig Jahren auf die Dampflokomotive nicht verzichtet werden konnte, entschloss sich die Deutsche Reichsbahn, für verschiedene Baureihen Neubaukessel zu entwickeln. Ausgewählt wurden unter anderen die Baureihen 01, 03, 39, 41, 50, 52 und 58. Insgesamt wurden 208 Maschinen der Baureihe 50 mit neuen Kessel, neuen Verbrennungskammern und einem Mischvorwärmer ausgestattet. Bei der Deutschen Reichsbahn wurden diese Maschinen als Rekonstruktionslokomotiven (Reko-Lok) bezeichnet und in die Neugeschaffenen Baureihengruppe 50.35-37 zugeordnet.
Die 50 2637 wurde als 105. Rekolokomotive am1960 im Raw Stendal umgebaut und verließ die Werkhallen am 31. Mai 1960 mit der neuen Betriebsnummer 50 3606.
Ihre Standorte
Die Lok hat die Reichsbahndirektion Magdeburg nach ihrer Rekonstruktion nicht mehr verlassen. Den längsten Zeitraum in ihrer Betriebszeit verbrachte die 50 3606 im Bahnbetriebswerk Halberstadt (8. März 1971 – 25. Oktober 1990) und befuhr somit vor allem die Strecken des Harzvorlandes und der Magdeburger Börde.
Magdeburg Handelshafen 18.9.1993 Aufn. Bodo Braun
Des weiteren war sie unter anderem in folgenden Bahnbetriebswerke Beheimatet:
Bw Stendal: 01.06.1960 – 13.03.1965
Bw Eilsleben: 14.03.1965 – 19.08.1969
Bw Magdeburg: 20.05.1969 – 27.01.1971 (zweimonatiger Raw-Aufenthalt)
Bw Halberstadt: 03.03.1971 – 25.10.1990
Seit November war 1990 ist die 50 3606 im Bahnbetriebswerk Oebisfelde stationiert. Dort wurde sie zwar nicht mehr im planmäßigen Zugdienst, aber von den Altmärkischen Eisenbahnfreunde im betriebsfähigen Zustand gehalten, so dass sie vor Sonderzüge zum Einsatz kam. Mehrere Sonderfahrten fanden unter der Regie der Altmärkischen Eisenbahnfreunde statt, so führte die erste Sonderfahrt als Nikolausfahrt am 8. und 9.12.1990 nach Beetzendorf, weitere folgten.
Genthin 2.4.1994 Aufn. Bodo Braun
Am 23. November 1994 lief die Kesselfrist der 50 3606 ab, aus diesen Anlass wurde eine letzte Sonderfahrt mit dieser Lok organisiert, diese führte nach Salzwedel.
1995 wurde die 50 3606 von den Magdeburger Eisenbahnfreunden übernommen und kurzweilig im Handelshafen Magdeburg hinterstellt, anschließend wurde sie ins Museumsbahnbetriebswerk Staßfurt überführt, wo sie heute mit anderen historischen Eisenbahnfahrzeuge ausgestellt wird.Technische Daten der Baureihe 50
Rathenow 10.05.1991 Aufn. M.Switala
Gattung G56.15 h2 (Güterzuglokomotive; fünf gekuppelte Achsen; 2-Zylinder-Heißdampf)
Länge über Puffer: 22 940 mm
Höchste Achslast bei vollen Vorräten 15,6 t
Gewicht Lok/Tender mit Vorrat 87,5 t
Gewicht Lok/Tender leer 79,2 t
Zulässige Höchstgeschwindigkeit 80 km/h
Treib-und Kuppelraddurchmesser 1400 mm
Laufraddurchmesser 850 mm
Kohlevorrat 8 t
Wasservorrat 26 m³
Technisches Portrait der tausendfach produzierten Dampflokomotive im Buch
Grielow 24.4.1994 Aufn. Bodo Braun
Keine andere Lokomotive wurde in so hoher Stückzahl gefertigt und war in ganz Europa bis in die 80er Jahre im planmäßigen Betrieb anzutreffen wie die K 52. Helmut Skasa beschäftigt sich seit Jahren mit dieser Lokomotivbaureihe und hat viele Detailpläne ebenso zusammengetragen und überarbeitet wie umfangreiches Bildmaterial gesammelt.
Die Entwicklungsgeschichte beginnt mit der Baureihe 50 in den dreißiger Jahren und geht von der BR 50 ÜK über zur „K 52“. Die Sonderbauarten Franco-Crosti, Weilrohrkessel, Kondensationslokomotiven werden genauso vorgestellt wie die Nachkriegsbauarten der DB und DR, REKO-Maschinen und die der ausländischen Bahnverwaltungen. Technische Beschreibungen fehlen ebenso wenig wie zahlreiche unveröffentlichte Aufnahmen. Dieses Buch ist für den Lokomotiv-Fan ebenso interessant wie für den Modellbahnfreund, der sich für Dampflokomotiven und deren Geschichte interessiert.
Kriegslokomotive K 52, DIN A4 quer, 136 Seiten, ca. 160 Abbildungen, ca. 45 maßstäbliche Zeichnungen ISBN 3-9805967-6-1, 25,50 Euro