Dokumentation der S-Bahn-Anlage                                                zur Fotogalerie 2009

Modellbeschreibung Baureihe 280

Von Torsten Ehrhardt. Der Bau des Modells hat sich aus mehreren technischen Gründen über faßt sechs Jahre hingezogen. Einer der Gründe war das faßt nicht vorhanden sein von technischen Unterlagen, ein weiterer Grund war ein teil der Materialbeschaffung. Das Modell ist vorwiegend aus Messing gefertigt, ein teil der Dachaufbauten und der Bodengruppen bestehen aus Kunststoff. Die Wagenkastenteile sind aus ein Stück (Seitenwände und Dach) hergestellt, die Stirnwände sind Eingelötet. Der Antrieb erfolgt auf alle vier Achsen eines Wagenteil mittels Kardanwellen und mittig liegenden Rocomotor. Gekuppelt werden die Wagenteile untereinander mittels Kurzkupplung.
Die Stirnbeleuchtung erfolgt durch wechselnde weiß/rote LEDs. Eine Inneneinrichtung ist noch nicht vorhanden wird aber später noch nachgerüstet.

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Lupe MD - Eichenweiler 1975 Foto: Rainer Dill

Das Vorbild: Am 29.09.1974 kurz vor dem 25. Jahrestag der Gründung der DDR wurde zwischen Zielitz und Schönebeck-Salzelmen der S-Bahn-Verkehr aufgenommen. Obwohl der Betrieb zum größten Teil auf vorhandenen Gleisen abgewickelt wurde und nur 3,3 km Strecke bei Rothensee und ca. 1 km im Bereich des Hauptbahnhofes neu gebaut wurden, waren bis zu diesem Zeitpunkt erhebliche Baumaßnahmen zu bewältigen. Diese liefen zum Teil schon seit 1972, z.B. wurde der neue Bahnhof Zielitz in Zusammenhang mit einem Übergabebahnhof zum Kaliwerk im Oktober 1972 in Betrieb genommen.
Mit der Einführung des S-Bahn-Betriebes wurde die Strecke von Magdeburg Hauptbahnhof bis Zielitz sowie von Schönebeck bis Schönebeck-Salzelmen elektrifiziert, 13 Bahnsteige von 300 auf 550 mm über Schienenoberkante erhöht und die Signalanlagen modernisiert. Da aber praktisch mit der Inbetriebnahme sämtliche weitere Investitionstätigkeit schlagartig zum Erliegen kam, konnte die S-Bahn Magdeburg die anfangs in sie gesetzten Erwartungen nie richtig erfüllen.

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Lupe Triebwagen bei der Einfahrt in den Bhf Zielitz Fotos (3) Torsten Ehrhardt

Mit großer Mühe wurde im Oktober 1977 noch der Haltepunkt Schönebeck-Frohse in Betrieb genommen und Mitte der 80er Jahre der Haltepunkt Schönebeck Süd.
Von dem ursprünglich geplanten Ausbau des Netzes war jedoch bald nicht mehr die Rede, die Aufnahme des S-Bahn-Betriebes in Richtung Burg/Gommern bzw. Haldensleben wurde wegen fehlender Investitionsmittel bald fallengelassen. Auch der geplante Neubau einer Strecke zu den Neubaugebieten Neustädter Feld und Olvenstedt unterblieb aus diesem Grund. Lediglich der ca. 2 km lange Abschnitt Abzweig Glindenberg - Barleben wurde elektrifiziert, um in Störungsfällen den Zugumlauf verbessern zu können (2003 wurde die Oberleitung wieder zurückgebaut). Die anfangs benutzte Bezeichnung „Linie A” für die Strecke Zielitz - Schönebeck-Salzelmen geriet deshalb bald in Vergessenheit.

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Lupe Triebwagen am Hp Barleber See

Betrieblich gestaltete sich der Verkehr von Anfang an schwierig, da die S-Bahn zu 95% die Fernbahngleise mitbenutzt und man in falscher Sparsamkeit auf den Einbau von automatischen Blocksignalen zur Verkürzung der Blockabschnitte verzichtet hatte. Demzufolge waren Behinderungen zwischen Fernbahn und S-Bahn an der Tagesordnung und die Verspätung eines Zuges konnte auf Grund der dichten Zugfolge Kettenreaktionen auslösen. Die kurzen Wendezeiten an den Endpunkten, besonders in Zielitz, taten ein übriges. Mitunter musste der Lokführer im Laufschritt den Führerstand wechseln und fuhr trotzdem mehrere Runden seinem Fahrplan hinterher. Wenn es gar nicht anders ging, wurde der Zug auch in Wolmirstedt „geköpft”, d.h. die Weiterfahrt bis Zielitz fiel zur Freude der Fahrgäste aus und der Zug fuhr von Wolmirstedt zurück.
Trotz dieser Unzulänglichkeiten war die S-Bahn bis 1990 auf Grund der mangelnden individuellen Motorisierung und der Zusammenballung des Schwermaschinenbaus im Raum Magdeburg sehr stark frequentiert. Da die ursprünglich vorgesehenen Zugfolgezeiten von 10 min wegen der unzureichenden Sicherungstechnik nicht erreicht werden konnten, waren die Züge besonders im Berufsverkehr fast ständig überfüllt.

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Lupe Der Triebwagen wartet auf seine Weiterfahrt im Bhf Schönbeck/Elbe nach Schönbeck/Salzelmen

An der Strecke befanden sich solche Großbetriebe wie das Kaliwerk Zielitz, das Industriegebiet Rothensee mit Rangierbahnhof, Großgaserei, Plattenwerk (Wohnungsbau), Industriehafen, der Standort Buckau mit Armaturenwerk, Schwermaschinenbau „Karl Liebknecht” (SKL), Thälmannwerk (SKET) und Rangierbahnhof sowie Schönebeck mit Traktoren- und Sprengstoffwerk.

Die Linienausrichtung der Überlandbusse auf Wolmirstedt und Schönebeck trug mit den daraus resultierenden Umsteigern zur hohen Belastung der S-Bahn bei. An den Wochenenden sorgten der Neustädter und Barleber See sowie der Kurpark in Schönebeck-Salzelmen für regen Ausflugsverkehr.
Die Magdeburger S-Bahn hat jedoch gegenüber den anderen S-Bahn-Betrieben der ehemaligen DDR einen entscheidenden Unterschied aufzuweisen, der für den dramatischen Rückgang der Fahrgastzahlen nach 1990 mit verantwortlich ist: sie hat für den innerstädtischen Verkehr in Magdeburg kaum Bedeutung, da die meisten Bahnhöfe und Haltepunkte relativ abgelegen sind. Die Hauptursache ist natürlich der Zusammenbruch des Schwermaschinenbaus. Während früher ein Zug aus 5 Mitteleinstiegwagen bestand, sind heute nur noch 2 Doppelstockwagen an der Lok.
Mitte der 70er Jahre war vorgesehen, den Fahrzeugpark durch Einsatz der damals neu entwickelten Triebwagen der Baureihe 280 zu ersetzen. Die Baumuster liefen auch in Magdeburg im Probebetrieb, zu einer Serienfertigung kam es jedoch nicht. Deshalb blieben uns die Mitteleinstiegwagen, die eigentlich zur Zeit der S-Bahn-Eröffnung bereits moralisch und technisch verschlissen waren, bis Ende der 80er Jahre erhalten.
Heute verkehrt die S-Bahn im starren Fahrplan tagsüber alle 30 min. Da der öffentliche Personennahverkehr im Raum Magdeburg und Umgebung insgesamt vernachlässigt wird, sind spektakuläre Veränderungen in der nächsten Zeit nicht zu erwarten.


Die Modellanlage: Der Bau der Anlage wurde ungefähr zeitgleich mit der Inbetriebnahme der großen S-Bahn begonnen. Vorgesehen war die Nachbildung markanter Abschnitte, wobei natürlich in Bezug auf Längen und Radien Kompromisse unumgänglich waren. Im Modell nachgebildet sind der Personenbahnhof Zielitz (1), der Barleber See, die Abzweigstelle Glindenberg (2) mit der Brücke der Autobahn 2, ein Überführungsbauwerk (3) in der Nähe der Herrenkrugbrücke, der Personenbahnhof Buckau mit einem anschließenden Überführungsbauwerk (4) („schiefes Bauwerk”), Teile des Güterbahnhofs Schönebeck sowie der Personenbahnhof Schönebeck (5). Die Weiterführung nach Schönebeck-Salzelmen ist als Stumpfgleis angedeutet. Zwischen diesem Stumpfgleis und Gleis 4 in Zielitz pendeln die S-Bahn-Züge, während die Fernbahnzüge „im Kreis” fahren. Ein dritter „Umlauf” bedient mit Dieselzügen oder Ferkeltaxen die Relation Schönebeck Gleis 1 - Barleben (verdecktes Stumpfgleis, das von der Abzweigstelle Glindenberg abzweigt).

Die nachgebildete Zeit auf der eben beschriebenen Stammanlage ist die Mitte der 70er, Anfang der 80er Jahre. Im Interesse eines abwechslungsreichen Fahrzeugeinsatzes drücken wir jedoch auch mitunter ein Auge zu und lassen auch Fahrzeuge verkehren, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht bzw. nicht mehr im Einsatz waren. Aus diesem Grund haben wir die Elektrifizierung auch weiter vorangetrieben als sie damals war, denn die Weiterführung der Oberleitung über Zielitz hinaus in Richtung Norden erfolgte erst Ende der 80er Jahre.
Im Bahnhof Buckau zweigt die Strecke zum Elbbahnhof ab, auf der nur Güterzüge verkehren. An den Elbbahnhof angeschlossen ist das Gleisnetz des Handelshafens am Wittenberger Platz, das für ausgedehnten Rangierbetrieb zur Verfügung steht. Dieser Bereich wurde nachgebildet, da sich dort unsere Vereinsräume befinden. Im Gegensatz zum übrigen Bereich herrscht im Handelshafen die „Jetztzeit”, um unser eigenes Domizil sowie die Niederlassung oder Fahrzeuge von uns unterstützenden Firmen nachbilden zu können.

Die Geschichte der Anlage

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Fotos (4) Modellanlage Andreas Kanter

Am 05.02.75 fand die Gründungsversammlung der Arbeitsgemeinschaft (AG) Modellbahn im Kaliwerk Zielitz statt. An diesem Tag wurde u.a. der Beschluss gefasst, eine H0-Anlage zu bauen, auf der markante Abschnitte der Magdeburger S-Bahn originalgetreu nachgestaltet werden sollten. Es wurde beschlossen, den Bauzustand 1975 auf der Anlage nachzugestalten und spätere Änderungen beim Vorbild nicht zu übernehmen.
Nach dem „Spionieren” auf Ausstellungen und dem Erarbeiten eines Gleisplanes in Zusammenarbeit mit der Rbd Magdeburg wurde 1976 mit dem Bau begonnen.
Anlässlich eines Besuches von Mitgliedern der AG 1/13 „Weinbergsweg” des Deutschen Modelleisenbahn -Verbandes (DMV) der DDR aus Berlin wurde am 19.03.77 der erste Probebetrieb auf 3 Anlagenteilen durchgeführt. Die engen Kontakte zu dieser AG, die heute noch als Verein existiert, resultieren auch aus der Themengleichheit der Anlagen – dort wurden nämlich Abschnitte der S-Bahnstrecke Berlin - Friedrichstrasse - Erkner nachgestaltet.
Am 19.04.78 wurde der Fernbahnring gleisbautechnisch geschlossen, so dass anlässlich des ersten Werkstattages in Zielitz im Januar 1979 die Anlage erstmalig der Öffentlichkeit vorgeführt werden konnte.

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Wendezug am Hp Barleber See

Bis zu diesem Zeitpunkt waren 10 Anlagenteile je 2,4 x 0,8 m im Rohbau fertiggestellt, sowie ein Gleisbildpult und ein Schaltschrank für die Bedienung der Anlage vorhanden. Der Schaltschrank war für die Aufnahme einer elektronischen digitalen Anlagensteuerung vorgesehen (1979!).
Nach einem 2. Öffentlichen Werkstattag im März 1980 waren die Arbeiten der Landschaftsgestaltung 1983 soweit gediehen, dass eine 1. Ausstellung in Wolmirstedt vom 15. - 23.10. stattfinden konnte, auf der neben der S-Bahn-Anlage auch Gartenbahnen und 3 Heimanlagen zu sehen waren.
Am 05.04.84 gab es eine organisatorische Veränderung. Die AG, die bis zu diesem Zeitpunkt als 2. AG der Zentralen AG 7/14 geführt wurde, wurde als eigenständige AG 7/73 neu gegründet und aus der ZAG ausgegliedert.
Nach weiteren Verbesserungen der Landschaftsgestaltung und der Elektrik wurde an folgenden Ausstellungen teilgenommen:
18.-20.06.86          -anlässlich 21. Arbeiterfestspiele im Bezirk Magdeburg
29.11.-07.12.86    -Kulturhaus des VEB „Fahlberg-List” in Magdeburg
24.-27.09.87          -anlässlich 1050-Jahr-Feier in Zielitz
1990 wurden der AG die Räume durch das Kaliwerk Zielitz gekündigt. zoomNach einem (glücklicherweise) erfolglosen Versuch, die Anlage zu verkleinern, wurde sie an Torsten Ehrhardt verkauft, in dessen Privatbesitz sie sich auch heute noch befindet. Nachdem die Schäden durch den Verkleinerungsversuch behoben waren (u.a. mussten 2 Anlagenteile komplett wieder aufgebaut werden), konnte sie im September 1993 erstmals beim 1. Hafenfest Magdeburg wieder der Öffentlichkeit gezeigt werden. Nach der Gründung des Vereins „Magdeburger Eisenbahnfreunde e.V.” Anfang 1995 und der Übernahme von Räumen im Handelshafen Magdeburg wurde die Anlage dort untergebracht.
Während zu diesem Zeitpunkt der Gleisbau komplett und die Landschaftsgestaltung nahezu abgeschlossen waren, stellten sich jedoch 2 große Aufgaben für die Zukunft: 1. komplette Überarbeitung der Elektrik mit dem Ziel einer weitgehend „narrensicheren” Stellwerksschaltung und 2. Erweiterung der Anlage durch einen Nachbau des Handelshafens als Referenz an unseren neuen „Raumgeber”, die Hafen GmbH Magdeburg.
Während das zweite Ziel inzwischen erreicht ist, ist die Überarbeitung der Elektrik nur stufenweise zu erreichen. 4 von 6 Ausbaustufen sind jedoch inzwischen abgeschlossen.
Seit 1994 war die Anlage auf zahlreichen Ausstellungen zu sehen, wobei an Teilnahmen außerhalb Magdeburgs besonders die „Intermodellbau” Dortmund 04/97, „Modell und Hobby” Leipzig 10/98 und „16. Internationale Modellbahnausstellung” Köln 11/98 zu erwähnen sind. In Köln wurde die Anlage erstmals in ihrer vollen Pracht gezeigt (10 Anlagenteile Stammanlage, 2 Anlagenteile Elbbahnhof und 5 Anlagenteile Handelshafen/Saalestraße).

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Strandidyll am Barleber See

Der Transport, der Aufbau und die Bedienung

Die Anlagenteile sind mit einem ausgeklügelten Transportsystem versehen, das dass Übereinanderstapeln von bis zu 4 Anlagenteilen auf dem LKW ermöglicht.
Die Aufstellung erfolgt auf einzusteckenden Rohrfüßen, die Anlagenteile werden nach Abbau der Transporteinrichtungen miteinander verschraubt. Die gesamte Verkabelung ist steckbar ausgeführt, der Aufbau dauert bei einem Einsatz von 4 Personen maximal 3 Stunden bis zur vollen Betriebsbereitschaft.
Die Bedienung erfolgt durch 4 Personen, von denen zwei die Stammanlage und die anderen beiden den Elbbahnhof und den Handelshafen bedienen. Sie operieren weitgehend unabhängig voneinander, bei Zugfahrten zwischen Elbbahnhof und Buckau ist eine Abhängigkeitsschaltung wirksam. Bei Personalmangel kann der Bereich Saalestraße durch den Fahrdienstleiter Elbbahnhof mitbedient werden, worunter natürlich der Umfang des Rangierverkehrs im Handelshafen leidet. Bei „Großveranstaltungen” sind daher eher noch 2 weitere Bediener als Austauschkräfte erforderlich.



Die Ansprechpartner

Bei Fragen zur Anlage können Sie sich an folgende Personen wenden: 

Torsten Ehrhardt                                       Torsten Poel                                              

Große Diesdorfer Straße 193                    Lilienstraße 23                       

39110 Magdeburg                                    39326 Hohenwarsleben          

(0391) 731 5318 (auch Fax)                      (0391) 6353 160                    

Ehlcke@t-online.de                                  torsten.poel@plabis.de