Hist. Eisenbahntage im Handelshafen Alte Neustadt Magdeburger Volksstimme 22. Mai 2006

Magdeburgs Eisenbahnfreunde steuern mit Volldampf auf eigenes Museum zu

Stehen unter Dampf: Christian Sohn, Volkmar Prinzke, Rudi Riedel, Bernd Schollmeier, Torsten Erhard, Thomas Schoenberner (v.l.n.r.) Foto: F. Neher

Am vergangenen Wochenende luden die Magdeburger Eisenbahnfreunde zu den historischen Eisenbahntagen in den Handeishafen. Für Fans alter Dampf- und Diesellokomotiven gab es hier nostalgische Technik zum Anfassen.
Von Florian Neher
Alte Neustadt. Mittelpunkt des gemütlichen Festes bei Bratwurst und Bier war der Lokschuppen, in dem zur Freude von Jung und Alt mehrere Modellbahn-Anlagen gezeigt wurden. Auf reges Interesse stießen aber auch und vor allem die Schienenfahrzeuge im Maßstab 1:1.
Schmuckstück des seit 1995 im Handelshafen beheimateten Vereins ist eine Tenderdampflok der Bauart T3 von 1920, die früher bei den Leuna-Werken „Dienst schob“. Leider ist sie derzeit nicht betriebsfähig, die Instandsetzung würde einen 6-stelligen Euro-Betrag verschlingen. Voll fahrfähig sind dagegen die ebenfalls gezeigten fünf dieselgetriebenen Rangierloks der Typen Kö, N4 und N2. Anfassen der Maschinen und das Besteigen der Führerstände war beim Eisenbahnfest übrigens ausdrücklich erlaubt.
Zum Vereinseigentum zählt auch ein richtiger Dampflok Jumbo aus den späten dreißiger Jahren, eine Güterzuglokomotive der Baureihe 50. Sie ist zurzeit, gemeinsam mit dem Clubeigenen Oberleitungsrevisions-Triebwagen, beim befreundeten Eisenbahnverein in Staßfurt abgestellt.
„Unser Ziel ist es, aus dem Lokschuppen ein kleines Eisenbahn-Museum zu machen“, sagt Torsten Erhard, zweiter Vorsitzender des rund 30 Mitglieder zählenden Vereins. Erster Schritt in diese Richtung soll mittelfristig das Verlegen von Gleisen an und in die Werkshalle sein. Ursprünglich als Lokschuppen für die Hafenbahn gebaut und genutzt, wurde der Schuppen später zur Hafen-Werkstatt umfunktioniert, wobei man die Gleise entfernte. Nun soll wieder der ursprüngliche Zustand hergestellt werden. Gleismaterial liegt schon bereit, der Verein wartet nur noch auf die erforderlichen Genehmigungen.
Die Club-Arbeit würde davon profitieren, Reparaturen am „rollenden Material“ könnten dann in der Halle durchgeführt werden. Die Liebe zur Eisenbahn kommt freilich nicht von ungefähr: Die meisten Vereinsmitglieder sind oder waren beruflich damit verbunden, als Lokführer, Wagenmeister oder Fahrdienstleiter. Hin und wieder erhalten die Eisenbahnfreunde Unterstützung durch ABM-Kräfte und so genannte „Ein-Euro-Jobber“. Ein wahrer Segen für den Club, denn die Pflege des stählernen Kulturguts fordert einen hohen finanziellen und zeitlichen Aufwand. Eisenbahn-Fans sei die Homepage des Vereins ans Herz gelegt (www.mebf.de).

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