Verein hat im Handeishafen ehrgeizige Pläne
Lokschuppen soll Eisenbahnmuseum werden

Magdeburgs Eisenbahnfreunde Volkmar Prinzke, Torsten Ehrhardt und Hartmut Riedel (von links) wollen den Lokschuppen im Handelshafen mit den Vereinsmitgliedern in ein Museum verwandeln.

Von Ariane Steinbart
Alte Neustadt.
Magdeburgs Eisenbahnfreunde finden ihren Lokschuppen im Handelshafen reif für ein Museum. Die Geschichte des Schienenverkehrs möchten sie hier präsentieren. „Wir haben die Werkstatt, in der wir alte Loks restaurieren und Waggons, die wieder ein Hingucker sind“, sagt Torsten Ehrhardt, Chef des Vereins. Und viele Ziele haben die Eisenbahnfreunde auch.
Die alten Gleise liegen schon vor dem Lokschuppen. Früher gehörten sie zum Schienennetz im Handeishafen. Doch die Industrie ist raus hier und die Gleise auch. Ein Netz spannt sich längst nicht mehr um das über 100 Jahre alte Wasserbecken.
Die Magdeburger Eisenbahnfreunde wollen die ausgegrabenen Gleise jetzt neu verlegen und damit eine neue Richtung einschlagen. Ein 40 Meter langes Ausstellungsgleis soll neben ihren Lokschuppen angelegt werden. „Wir haben die Schienen vermessen, die Weichen nachgearbeitet und vom Eisenbahnbundesamt die Genehmigung eingeholt, sie zu verlegen“, erzählt Volkmar Prinzke vom Verein.

Eisenbahnwagen für die „Denkfabrik“ aufgebaut

„Wer dann am Handelshafen vorbeifährt, kann eine Dampflok sehen, die wir gerade noch aufbauen, und Waggons, die wir ihr anhängen“, sagt Torsten Ehrhardt. Noch in diesem Jahr soll das geschafft sein. 24 Mitglieder zählt der Verein, zwei Mal im Monat gibt es Arbeitseinsätze in und an der Werkstatt, die früher der Hafenbahn gehörte und die die Stadt den Hobbyeisenbahnern seit zwei Jahren pachtfrei bereitstellt. „Wir wollen wieder Schienen in den Lokschuppen verlegen, damit die Maschinen auch reingerollt werden können. Naja, aber das dauert noch“, sagt Hartmut Riedel, stellvertretender Vorsitzender. Und auch auf das Eisenbahnmuseum müsse Magdeburg noch ein bisschen warten. Zwei bis drei Jahre, schätzt Hartmut Riedel. Schließlich würden die Arbeiten am Haus auch immer Zeit kosten, die dann für die Züge fehlt. „Neue Heizungen haben wir installiert und neue Wasserleitungen eingezogen. Jetzt ist das Dach dran, 400 Quadratmeter Pappe müssen drauf. Doch erst brauchen wir das Material, dann können wir anfangen zu arbeiten“, sagt Hartmut Riedel.

Zaun soll Schätze des Vereins schützen

Um Geld in die Vereinskasse zu spülen, liehen die Eisenbahnfreunde u. a. dem „Theater an der Angel“ für ihr Sommerspektakel im Hafen zwei Wagen aus. Außerdem bauen sie gerade für die „Denkfabrik“ einen alten Waggon auf, der dort als Fahrradunterstand aufgestellt wird. „Bis zur Einweihung des Hauses am 27. Dezember schaffen wir das. Das wird ein Schmuckstück, das die Verbindung zwischen moderner Wissenschaft und historischer Handelshafentechnik schafft“, sagt Torsten Ehrhardt.
Die Geschichte wollen die Hobbyeisenbahner pflegen. „Das Museum ist unser Traum, - und er wird wahr. Irgendwann“, sagt er. Und irgend- wann wollen die Hobbyeisen bahner ihr Gelände auch eingrenzen, um es zu schützen. „Den Zaun haben wir schon in Aussicht. Wird auch Zeit. Neulich ist jemand in einen Wagen eingebrochen und wollte wohl die Messgeräte stehlen. Dabei hat er sie zerstört. Schade“, erzählt Riedel.

Die Schienen liegen schon im nördlichen Handeishafen, sie sollen verlegt werden zu einem 40 Meter langen Ausstellungsgleis.

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